Der Škoda Kodiaq war der Sargnagel für den VW Sharan und den VW Touran. Er hat bewiesen, dass Familien lieber SUV fahren als Van. In der zweiten Generation (seit 2024) perfektioniert Škoda das Rezept: Noch mehr Platz, noch schlauere Details und eine Bedienung, die den Konzernbruder VW Tiguan alt aussehen lässt. Im Modelljahr 2026 ist er der unangefochtene „König der Praktiker“. Doch Vorsicht: Der Tscheche ist selbstbewusst geworden – auch beim Preis.
Karosserie & Alltag: Der Endgegner für IKEA
Der Kodiaq ist auf 4,76 Meter gewachsen. Er ist technisch ein VW Tiguan mit verlängertem Radstand, aber gefühlt eine eigene Klasse.
- Die „Smart Dials“ (Das Bedien-Wunder): Während VW im Tiguan alles auf Touch oder einen einzelnen Drehregler setzt, verbaut Škoda drei physische Drehregler unter dem Bildschirm.
- Der Clou: Die Regler haben kleine Displays. Durch Drücken ändert man die Funktion (Lautstärke, Temperatur, Sitzheizung, Fahrmodus, Kartenzoom).
- Das Urteil: Das ist die derzeit beste Bedienlösung im gesamten VW-Konzern. Blind bedienbar, hochwertig geriffelt, genial einfach.
- Der IKEA-Faktor:
- 5-Sitzer: Der Kofferraum ist absurd groß: 910 Liter (!). Wer die Rückbank umklappt, erhält über 2.100 Liter. Das ist fast Transporter-Niveau.
- Simply Clever: Der Türkantenschutz (fährt beim Öffnen mechanisch aus) schützt vor Lackschäden in engen Parklücken. Der Eiskratzer im Tankdeckel und der Regenschirm in der Tür sind Klassiker, aber im Alltag Gold wert.
Der Preis eines Fehlers (7-Sitzer vs. Hybrid): Viele Großfamilien wollen den Kodiaq als 7-Sitzer und gleichzeitig als Plug-in-Hybrid (iV), um Steuern zu sparen. Die Falle: Das ist technisch unmöglich. Die Batterie des Hybrids sitzt dort, wo die 3. Sitzreihe im Boden verschwinden würde. Die Konsequenz: Sie müssen sich entscheiden: Entweder 7 Sitze (dann nur Diesel/Benziner) ODER Hybrid (dann zwingend 5-Sitzer). Wer beides will, muss zum riesigen (und viel teureren) VW Multivan oder Kia EV9 greifen.

Antrieb & Effizienz: Diesel-Dampf oder Elektro-Pendler?
2.0 TDI (Der Zugwagen)
193 PS, Allrad (4×4), 7-Gang-DSG.
- Charakter: Der perfekte Motor für dieses Auto. Mit 400 Nm Drehmoment zieht er 2.500 kg Anhängelast weg wie nichts.
- Verbrauch: Trotz der Größe und Schrankwand-Aerodynamik sind 6,5 bis 7,5 Liter realistisch. Auf der Autobahn unschlagbar.
1.5 TSI iV (Der neue Plug-in)
204 PS Systemleistung, Frontantrieb.
- Technik: Nutzt die neue 25,7 kWh (brutto) Batterie.
- Reichweite: Schafft real 90 bis 100 km rein elektrisch.
- Laden: Dank 50 kW DC-Schnellladen ist der Akku in 25 Minuten (10-80%) voll. Für Pendler, die zu Hause laden können, ist das ein Gamechanger. Aber: Der Tank ist kleiner (45 Liter), was die Langstrecken-Reichweite gegenüber dem Diesel reduziert.
Fahrverhalten: Wie auf Wolken (DCC Pro)
Wie der Tiguan profitiert der Kodiaq vom neuen Fahrwerk.
- Der Ingenieurs-Kompromiss (DCC Pro):Die optionalen adaptiven Dämpfer mit zwei Ventilen (Zug/Druck) entkoppeln den großen Wagen von der Straße.Das Gefühl: Er schwebt über Bodenwellen. Er ist konsequent auf Komfort abgestimmt, nicht auf Sport. In schnellen Kurven wankt er spürbar, aber sicher.
- Geräuschkulisse: Mit der optionalen Akustikverglasung vorne ist er auf Oberklasse-Niveau leise. Der Diesel ist kaum zu hören.
Kosten & Wertverlust
Der Kodiaq ist kein „Billig-Tscheche“ mehr. Ein gut ausgestatteter TDI 4×4 „Selection“ oder „Sportline“ kostet schnell 60.000 €.
- Interne Konkurrenz: Ein VW Tiguan Allspace (Vorgänger) ist weg, der neue Tayron (Tiguan XL) ist der direkte Gegner. Der Kodiaq punktet meist mit den besseren „Simply Clever“ Ideen.
- Wertstabilität: Familien lieben den Kodiaq. Gebrauchte 7-Sitzer Diesel werden fast zum Neupreis gehandelt. Der Wertverlust ist geringer als bei französischen oder koreanischen Konkurrenten.
Technische Daten (Vergleich)
Parameter | Kodiaq 2.0 TDI (4×4) | Kodiaq 1.5 TSI iV (PHEV) |
Leistung | 142 kW (193 PS) | 150 kW (204 PS) System |
Drehmoment | 400 Nm | 350 Nm System |
Antrieb | Allrad (4×4) | Frontantrieb |
0-100 km/h | 7,8 s | 8,4 s |
Sitze maximal | 7 | 5 (Batterie!) |
Kofferraum (5-Sitzer) | 910 l | 745 l |
Anhängelast | 2.500 kg | 1.800 kg |
Reichweite (EV) | – | ca. 100 km |
Konkurrenz-Check
Modell | Stärke | Schwäche |
Hyundai Santa Fe | Extremes Design („Defender“-Look), sehr luxuriöse Ausstattung (Calligraphy), 5 Jahre Garantie. | Kofferraum etwas kleiner als Kodiaq, PHEV-Verbrauch auf Autobahn höher. |
Kia Sorento | 7 Jahre Garantie, Diesel verfügbar, sehr robust. | Infotainment-Bedienung (Touch-Leiste) nerviger als Skodas Drehregler. |
Mazda CX-60 | 3.3 Liter R6 Diesel (sehr sparsam & stark), edles Interieur. | Fahrwerk oft als zu hart/stößig kritisiert, weniger Platz im Fond. |
Klartext-Fazit:
Der Škoda Kodiaq (2026) ist das perfekte Familienauto, wenn Sie keinen Bus fahren wollen. Er schlägt den VW Tiguan beim Platzangebot und bei der Bedienung (Smart Dials).
Kaufen Sie den 2.0 TDI 4×4, wenn Sie das „Rund sorglos“-Paket für Urlaub, Hänger und Winter suchen.
Kaufen Sie den iV (Hybrid), wenn Sie Pendler sind und Steuern sparen müssen – aber prüfen Sie, ob Sie auf die 7 Sitze verzichten können.
Die wichtigste Option: Das „Family Paket“ mit Türkantenschutz und Abfalleimer. Kleine Details, die den Alltag mit Kindern retten.
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